Polen-Rundreise · Tag 9 & 10
Poznań · Posen
Mit Poznań erreichen wir die letzte Etappe unserer Polen-Rundreise. Die farbenfrohe Altstadt, der Alte Markt und viele schöne Eindrücke bilden einen würdigen Abschluss unserer Tour.
Unser Tag in Poznań
Wenn Womy plötzlich Öl verlangt
Die Fahrt von Bydgoszcz nach Poznań sollte nicht einmal zwei Stunden dauern. Womy hatte jedoch eigene Pläne und meldete plötzlich einen niedrigen Ölstand. Das passte überhaupt nicht zu einem Fahrzeug, das erst drei Monate zuvor bei der Inspektion gewesen war. Unser Fiat-Händler in Wuppertal riet uns, sicherheitshalber eine Werkstatt in der Nähe von Posen anzusteuern.
Beim ersten Fiat-Händler versuchten wir unser Problem auf Deutsch und Englisch zu erklären – unterstützt von jener internationalen Zeichensprache, die bei Warnlampen ganz automatisch entsteht. Nach längerer Wartezeit erfuhren wir, dass die Werkstatt erst seit Kurzem Fiat betreute und noch nicht über die nötige Diagnosetechnik verfügte. Die nächste Adresse konnte uns ebenfalls nicht sofort helfen: Dort wäre erst in zwei Tagen ein Termin frei gewesen.
Ein Liter Öl und 50 Kilometer Hoffnung
Noch einmal telefonierten wir mit Wuppertal. Der Rat: etwas Öl nachfüllen und einige Kilometer fahren, weil die Anzeige möglicherweise verzögert reagierte. Gesagt, getan. Nach rund 50 Kilometern verschwand die Warnung tatsächlich. Noch nie hatte uns eine erloschene Lampe so gute Laune gemacht.
Regenpause am Malta-See
Erleichtert erreichten wir den Campingplatz Poznań Malta am See. Trotz des regnerischen Nachmittags gingen wir mit Cherry und Candy spazieren. Im Restaurant des Campingplatzes probierte ich zum ersten Mal Gołąbki, polnische Kohlrouladen. Der Name bedeutet wörtlich „Täubchen“ – auf dem Teller steckte in dem Kohl aber zum Glück traditionell Schweinehackfleisch statt Vogel.



Für die Altstadt war das Wetter an diesem Tag zu ungemütlich. Deshalb machten wir es uns zunächst auf dem Campingplatz bequem und testeten am Abend ein gut bewertetes indisches Restaurant in der Nähe. Für uns beide war es eine Premiere – und eine ausgesprochen leckere.
Dom, Hunde und gerechte Arbeitsteilung
Am nächsten Morgen zeigte sich der Himmel freundlicher, und wir fuhren mit der Straßenbahn ins Zentrum. Zuerst besuchten wir den Posener Dom auf der Dominsel, einen der bedeutendsten Kirchenbauten Polens. Während ich draußen bei Cherry und Candy blieb, sah Andreja sich in Ruhe im Inneren um; anschließend tauschten wir. Mit zwei Pudeln wird selbst eine Kirchenbesichtigung zur perfekt organisierten Schichtarbeit.








Die berühmten Ziegen haben heute frei
Weiter ging es zum Alten Markt mit seinen farbenfrohen Fassaden. Punkt zwölf warteten wir vor dem Rathaus auf die berühmten Posener Ziegenböcke, die normalerweise ihre Hörner aneinanderstoßen. Doch ausgerechnet an diesem Tag streikte die Technik. Zum Trost gab es Rogale świętomarcińskie, die traditionellen Posener Martinshörnchen mit weißem Mohn. Die Ziegen fehlten – das Gebäck lieferte zuverlässig.












Poznań im Abendlicht
Nach einer Pause bei Womy fuhren wir am späten Nachmittag noch einmal in die Altstadt. Im Restaurant Bamberka am Marktplatz aßen wir zu Abend und gingen anschließend auf einen warmen Kirschlikör zur Pijana Wiśnia. Danach bummelten wir noch durch die beleuchteten Straßen, bevor die Straßenbahn uns zurückbrachte – zu zwei Pudeln, die vermutlich überzeugt waren, wir seien hauptsächlich ihretwegen zurückgekommen.










Abschied von Polen
Damit endete unsere Polen-Rundreise. Am nächsten Morgen fuhren wir zurück nach Deutschland und planten einen Zwischenstopp in Goslar. Dort wollten wir ein Paar aus der Lüneburger Heide treffen, das sich für unser Wohnmobil interessierte. Nach zwei Jahren hatten wir beschlossen, Womy zu verkaufen und ein neues Modell ganz nach unseren Vorstellungen zu bestellen. Das Ende dieser Reise war also zugleich der Anfang eines neuen Kapitels.