Zwischen Peroj, Medulin und Pula – kleine Panne, große Geschichte
Von einer spontanen Fahrradreparatur über Frühstück am Wasser bis zur römischen Arena: Diese Etappe brachte Alltagsabenteuer und große Geschichte erstaunlich entspannt unter einen Hut.
Eine kleine Panne in Peroj
Auf dem Weg von Rovinj nach Pula legten wir in Peroj einen ungeplanten Zwischenstopp ein. An Andrejas Fahrrad fehlten am hinteren Schutzblech zwei Schrauben – klein genug, um in keiner Werkzeugkiste aufzufallen, aber groß genug, um die Fahrt zu nerven. Beim Fahrradladen Bike Peroj half uns der freundliche Inhaber sofort. Aus einer Reparaturpause wurde ein nettes Gespräch, und genau solche Begegnungen mögen wir am Reisen besonders.
Camping Stoja – einfach, aber perfekt gelegen
Danach fuhren wir zum Campingplatz Stoja auf einer kleinen Halbinsel vor Pula. Der Platz selbst ist eher schlicht, punktet aber mit seiner Lage: Meer vor der Tür, Altstadt und Arena gut mit dem Fahrrad erreichbar. Weil wir erst am späten Nachmittag ankamen, blieb der erste Abend bewusst ruhig – ankommen, Womy einrichten und den Tag ausklingen lassen.
Für uns war Stoja vor allem eine praktische Basis, um Meer und Stadt zu verbinden. Morgens begann der Tag mit Blick aufs Wasser, später konnten wir ohne Parkplatzsuche nach Pula radeln.


Mit dem Fahrrad zum Frühstück nach Medulin
Am nächsten Morgen radelten wir bei strahlend blauem Himmel nach Medulin und starteten dort mit einem gemütlichen Frühstück. Beim anschließenden Spaziergang entdeckten wir den Stari mlin, die alte Windmühle am Hafen. Dort kann man gelegentlich frisches Mehl kaufen – nur leider nicht dann, wenn wir davorstehen. Die Tür blieb geschlossen, fotogen war die Mühle trotzdem.
Stari mlin in Medulin: Die Windmühle wird örtlich auch Malin na vitar genannt. Sie geht auf das Jahr 1872 zurück, als die Brüder Pošić zwei Windmühlen an der Küste errichteten, und gilt heute als eines der Wahrzeichen Medulins.




Bergauf zu den Kirchen von Medulin
Anschließend ging es hinauf zur Kirche des heiligen Anton und zur weithin sichtbaren Kirche der heiligen Agnes. Der Anstieg erinnerte unsere Beine freundlich daran, dass wir mit dem Fahrrad gekommen waren. Von oben genossen wir den Blick über Medulin, bevor wir auf der anderen Seite wieder in Richtung Ort hinuntergingen.
Istrisches Mittagessen und mutige Wakeboarder
Zum Mittagessen kehrten wir im Restaurant Arcobaleno ein und ließen uns regionale istrische Küche schmecken. Auf dem Rückweg hielten wir bei der Wasserskianlage vor unserem Campingplatz. Andere wagten sich aufs Wakeboard, wir übernahmen den mindestens ebenso wichtigen Teil: zuschauen und anerkennend nicken.








Pulas Arena im goldenen Abendlicht
Am späten Nachmittag radelten wir zur berühmten Arena von Pula. Die tief stehende Sonne tauchte die hellen Steinbögen in warmes, goldenes Licht – ein Anblick, bei dem selbst viele Fotos nicht zu viel sind. Wir besichtigten das Amphitheater, gingen hinunter in die unterirdischen Gänge und zogen anschließend weiter durch die Gassen der Altstadt.
In den unterirdischen Gängen zeigt eine Dauerausstellung, wie in der Antike in Istrien Olivenöl und Wein hergestellt wurden – mit rekonstruierten Mühlen, Pressen und Amphoren. So bekommt die Arena neben Gladiatoren und großen Veranstaltungen noch eine ganz andere Alltagsgeschichte.
Die Arena wurde unter mehreren römischen Kaisern ausgebaut: von Augustus über Claudius bis zu Vespasian. Ihre monumentale Steinform entstand damit nicht an einem Tag – was angesichts ihrer Größe vermutlich niemanden überrascht.
Besonders ist, dass alle vier seitlichen Türme der Außenmauer erhalten geblieben sind. Damit gehört die Arena von Pula nicht nur zu den größten, sondern auch zu den außergewöhnlichsten Amphitheatern der römischen Welt.
Der elliptische Bau misst ungefähr 130 mal 100 Meter. In der Antike fanden hier schätzungsweise 20.000 Menschen Platz; bei heutigen Veranstaltungen sind es rund 5.000.















Hausgemachte Pasta und die Arena bei Nacht
Zum Abendessen kehrten wir bei Padela Pasta ein. Die hausgemachte Pasta war genau das Richtige nach unserem langen Tag. Auf dem Rückweg stoppten wir noch einmal an der beleuchteten Arena. Tagsüber beeindruckend, im Dunkeln fast ein wenig unwirklich – und ein würdiger letzter Blick auf Pula.
Medulin und Pula hatten uns zwei sehr unterschiedliche Seiten des südlichen Istriens gezeigt: entspanntes Küstenleben am Vormittag und große römische Geschichte am Abend.
Zurück bei Womy fielen wir müde, satt und mit ziemlich vielen neuen Eindrücken ins Bett.









