Rovinj und der Limski-Kanal – zwischen Postkarte und Natur
Diese Etappe hatte alles, was wir an Istrien mögen: einen überraschenden Aussichtsstopp, eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch, gutes Essen und Kuchen, der uns gleich zweimal schwach werden ließ.
Zwischenstopp am Limski-Kanal
Auf dem Weg nach Rovinj legten wir am Limski-Kanal einen Zwischenstopp ein. Der schmale Meeresarm zieht sich rund elf Kilometer zwischen Rovinj und Vrsar ins Landesinnere. Vom kleinen Aussichtsplateau blickten wir über das ruhige Wasser und die dicht bewachsenen Hänge – ein kurzer Halt, der deutlich länger in Erinnerung bleibt als auf dem Reiseplan.
Warum der Limski-Kanal kein Fjord ist
Der Limski-Kanal wird zwar häufig Limski-Fjord genannt, ist geologisch aber ein schmaler Meeresarm. Süß- und Salzwasser treffen hier aufeinander und schaffen gute Bedingungen für Muschel- und Austernzuchten. Mit seinen steilen grünen Hängen wirkt der Kanal trotzdem erstaunlich nordisch – Istrien kann eben auch Fjordkulisse, selbst wenn die Geologie Einspruch erhebt.




Camping Polari – unser Platz am Meer
Danach ging es weiter zum Campingplatz Polari. In der großzügigen Free Zone fanden wir eine Parzelle nur wenige Schritte vom Meer entfernt. Die Bäume spendeten wohltuenden Schatten – bei Sonne und Wind ungefähr so wertvoll wie ein freier Platz in der ersten Reihe.
Praktische Basis für unsere Rovinj-Touren
Der große Campingplatz liegt in einer geschützten Bucht südlich von Rovinj und verbindet Strand, schattige Bereiche und eine gute Fahrradanbindung. Für uns war er vor allem eine praktische Basis: Womy stand angenehm, das Meer war nah und wir konnten jederzeit mit den Rädern in Richtung Altstadt starten.




Unser erster Abend in Rovinj
Noch am selben Abend radelten wir nach Rovinj. Der Hunger führte uns direkt ins Restaurant Maestral in der Marina – eine Empfehlung unserer Freunde Charlie und Sandra. Sie hatten nicht übertrieben: Andreja bestellte Fisch, ich gefüllte Tintenfische, und bei beiden Tellern herrschte sehr schnell verdächtig konzentrierte Stille.




Gestärkt zogen wir weiter durch die lebhaften Gassen der Altstadt und hinauf zur Kirche der heiligen Euphemia. Der Blick über die Dächer und die Adria war jede Steigung wert. Beim Abstieg wartete im Batana Café die nächste Prüfung unserer Selbstbeherrschung: Andreja wählte die legendäre Torte „7 Sünden“, ich die griechische Torte. Mit Cappuccino und sehr reinem Gewissen radelten wir später zurück zu Womy.
Rovinj – Altstadt mit Inselvergangenheit
Rovinj gehört mit seinen farbigen Fassaden, engen Gassen und der erhöht liegenden Altstadt zu den schönsten Küstenorten Istriens. Ursprünglich lag die Altstadt auf einer Insel und wurde erst im 18. Jahrhundert mit dem Festland verbunden. Heute lässt sie sich größtenteils autofrei erkunden. Über allem thront die Kirche der heiligen Euphemia – und von dort oben reicht der Blick weit über die Dächer bis zur Adria.












Allein zu den Festungen – gemeinsam zurück nach Rovinj
Am nächsten Vormittag blieb Andreja mit unseren Pudeln am Strand, während ich zu einer Fahrradtour aufbrach. Die Strecke führte an alten Festungen vorbei und belohnte die Anstiege immer wieder mit weiten Ausblicken über Küste und Hinterland.
Heute liegen die Anlagen still zwischen Pinien und Buschwerk. Gerade diese Ruhe macht ihren besonderen Reiz aus – auch wenn ihre Geschichte deutlich weniger friedlich war.
Viele Festungen rund um Rovinj stammen aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie im späten 19. Jahrhundert. Die Westküste Istriens war damals ein wichtiger Verteidigungsraum. Das auf einer Anhöhe errichtete Fort Forno bot einen weiten Blick über Meer und Hinterland und eignete sich damit bestens zur Überwachung der Küste.










Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam noch einmal nach Rovinj, diesmal von der anderen Seite der Altstadt. Über uns wurde der Himmel plötzlich dunkel, während die tief stehende Sonne die Häuser gleichzeitig golden leuchten ließ. Das sah dramatisch aus, blieb aber zum Glück trocken – und schenkte uns einen besonders schönen Sonnenuntergang.
Am Batana Café kamen wir auch beim zweiten Besuch nicht vorbei. Offenbar hatten die Kuchen inzwischen beschlossen, fester Bestandteil unserer Rovinj-Route zu werden. Spät am Abend rollten wir müde, satt und sehr zufrieden zum Campingplatz zurück.









Abschied von Rovinj – weiter nach Pula
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen: zusammenpacken, alles verstauen und Womy auf das nächste Ziel ausrichten. Unsere Istrien-Reise führte weiter nach Pula.