Roerdalen, Thorn und Roermond mit dem Wohnmobil: MTB, Freunde und Weinprobe

Wie schon in den vergangenen Wochen bescherte uns eine Vier-Tage-Woche ein verlängertes Wochenende. Am Donnerstag machten wir uns deshalb erneut mit Womy auf den Weg zum Wohnmobilstellplatz in Roerdalen.

Wir kamen am frühen Nachmittag an und konnten uns noch in Ruhe einen schönen freien Platz aussuchen. Danach lief alles wie gewohnt: Markise ausfahren, Teppich auslegen, Stühle aufstellen und das Luftbett vor Womy aufbauen. Inzwischen funktionieren wir dabei fast wie ein eingespieltes Boxenteam – nur ohne Rennwagen und mit deutlich mehr Campingmöbeln.

Die Markise wurde selbstverständlich sturmfest verzurrt. Man weiß schließlich nie, wann der niederländische Wind beschließt, aus einer Markise ein Flugobjekt zu machen. Unsere Nachbarn beobachteten den Aufbau und lobten uns anschließend sogar für unsere Geschwindigkeit.

Erst entspannen, dann auf die Mountainbike-Strecke

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt vor Womy. Am Abend wurde es dann sportlicher: Andreja wollte die nahe gelegene Mountainbike-Strecke schon einmal ausprobieren. Das war gleichzeitig die Generalprobe für Samstag, denn unsere Freunde Marijo und Marijana aus Wuppertal hatten ihren Besuch mit den E-Mountainbikes angekündigt.

Mit dem Fahrrad ins weiße Städtchen Thorn

Am Freitagmorgen stiegen wir auf unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg nach Thorn. Unterwegs begegneten uns einige ziemlich fotogene Hochlandrinder – die deutlich gelassener wirkten als wir später auf der Mountainbike-Strecke.

Thorn war mehr als 800 Jahre ein eigenständiges kleines Fürstentum. Adelige Stiftsdamen regierten hier unter einer Fürstäbtissin, mit eigener Gerichtsbarkeit und sogar eigener Münzprägung. 1794 kamen die Franzosen. Später führte eine Steuer auf Fenster dazu, dass ärmere Bewohner Öffnungen zumauerten; weiße Kalkfarbe verdeckte die Spuren. So entstand das bis heute berühmte Bild des „weißen Städtchens“.

Unsere Fahrräder stellten wir vor dem De Pannekoekenbakker ab. Von dort erkundeten wir die gepflasterten Gassen und den historischen Ortskern zu Fuß. Die Geschichte der Abteikirche reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück; romanisches Westwerk, gotische Bauteile und barocke Innenausstattung erzählen von vielen Jahrhunderten Thorn.

Erst Kuchen, dann Mittagessen am See

Bevor wir weiterfuhren, gönnten wir uns im De Pannekoekenbakker zuerst Kuchen und Cappuccino. Nachtisch vor dem Mittagessen ist ungewöhnlich – aber im Urlaub gelten schließlich eigene Regeln.

Danach entdeckten wir auf Google Maps das Humphrey’s Restaurant Thorn am Wasser bei den Maasplassen. Also stiegen wir wieder auf die Räder und genossen dort unser Mittagessen mit Blick auf den See.

Gut zu wissen: Durch Thorn führt ein offizieller Rundgang von etwa 1,6 bis 2 Kilometern an 21 historischen Gebäuden und Denkmälern vorbei. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann außerdem das Museum Thorn besuchen.

Wiedersehen mit Steffi und Heinz

Zurück am Stellplatz trafen wir Steffi und Heinz, die wir zwei Wochen zuvor hier kennengelernt hatten. Für später verabredeten wir unsere schon länger angekündigte Weinprobe – eine wissenschaftliche Untersuchung, deren Ergebnis selbstverständlich sehr gewissenhaft geprüft werden musste.

Aus einer Wohnmobilbesichtigung werden zweieinhalb Stunden

Vor unserer Fahrt nach Thorn hatte uns ein sympathisches deutsch-portugiesisches Ehepaar angesprochen. Die beiden reisten mit einem noch längeren Hymer, interessierten sich aber besonders für die Hecksitzgruppe unseres Frankia. Weil es ihnen auf Messen zu hektisch ist, konnten sie Womy bei uns ganz in Ruhe ansehen.

Aus einem kurzen Hineinschauen wurden fast zweieinhalb Stunden. Nach der Besichtigung saßen wir noch bei einem Glas Wein zusammen und sprachen über Stellplätze, Campingplätze und ihre Winter in Spanien. Leider haben wir uns ihre Namen nicht gemerkt. Falls ihr das lest: Bitte entschuldigt unseren Namensspeicher – an das schöne Gespräch erinnern wir uns sehr gut!

Eine Weinprobe mit unentschiedenem Ausgang

Kaum waren die beiden gegangen, kamen Steffi und Heinz herüber. Zu viert verbrachten wir einen wunderbaren Abend mit tollen Gesprächen und einer ausgiebigen Weinprobe. Einen Sieger konnten – oder wollten – wir nicht bestimmen. Damit bleibt wohl nur eine Wiederholung.

Mit Marijo und Marijana auf die Mountainbike-Strecke

Am Samstagmittag trafen Marijo und Marijana mit ihren E-Mountainbikes ein. Nach einer Kaffeepause machten wir uns auf zum Start der abwechslungsreichen und auch für Nicht-Profis gut fahrbaren Strecke.

Kurven, kleine Anstiege und unterschiedliche Untergründe sorgten dafür, dass es nie langweilig wurde. Einen Eindruck von unserer Fahrt bekommt ihr im Video:

Mountainbike-Strecke bei Sankt Odilienberg in Roerdalen

Als von hinten ein schnellerer Fahrer kam, wollte ich noch rasch um die nächste Kurve, um Platz zu machen. Genau dieses „rasch“ war der Fehler: Ich nahm die Kurve zu flott und legte mich eindrucksvoll flach. Mein rechter Oberschenkel zeigte in den folgenden Tagen nahezu die gesamte Farbpalette. Schmerzhaft, aber die Tour hat trotzdem riesigen Spaß gemacht.

Kurze Pause auf dem Luftbett

Zurück am Stellplatz brauchten wir erst einmal etwas zu trinken und eine Pause. Die Mädels schlossen auf dem Luftbett vor Womy kurz die Augen. Ein Außenbett ist nach einer MTB-Runde erstaunlich überzeugend.

Abendessen und Sonnenuntergang in Roermond

Später fuhren wir nach Roermond. Die Beachbar, in der wir zwei Wochen zuvor gut gegessen hatten, war wegen Festivalvorbereitungen geschlossen. Also ging es weiter in die Innenstadt, wo wir auf dem Marktplatz etwas Leckeres bestellten und den Sonnenuntergang genossen.

pause im humphreys restaurant thorn

Vor der Rückfahrt durfte ein Eis nicht fehlen. Candy bekam ihren Anteil von Marijo, Cherry wurde natürlich von uns versorgt. Unsere Pudeldamen achten schließlich sehr genau auf eine gerechte Verteilung.

Ein letzter gemeinsamer Abend in Roerdalen

Nach dem Eis radelten wir zurück. Marijo und Marijana verstauten ihre Fahrräder und machten sich spätabends wieder auf den Weg nach Wuppertal. Damit endete ein Tag mit MTB-Strecke, Sturz mit Erinnerungswert, gutem Essen, Sonnenuntergang und viel Zeit mit Freunden.

Abschiedsrunde in Womy

Am Sonntagmorgen frühstückten Andreja und ich in Ruhe und packten anschließend alles ein. Kurz vor der Abfahrt kamen Steffi und Heinz noch einmal vorbei. Auch das deutsch-portugiesische Ehepaar schaute zum Abschied herein. So endete das Wochenende mit netten Begegnungen und Gesprächen rund ums Wohnmobilreisen.

Unser Fazit zum Wochenende in Roerdalen

Dieses verlängerte Wochenende zeigte uns wieder einmal, warum wir so gerne mit Womy unterwegs sind: das weiße Städtchen Thorn, Mittagessen am Wasser, eine tolle Mountainbike-Strecke sowie wunderschöne Stunden mit alten Freunden und neuen Bekannten. Nicht alles verlief schmerzfrei – mein Oberschenkel kann das bestätigen. Aber gerade kleine Pannen und spontane Begegnungen machen unsere Reisen besonders.

Warst du schon einmal mit dem Wohnmobil oder Fahrrad in Roerdalen, Thorn oder Roermond? Welche Orte oder Strecken in der Region sollten wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt entdecken?

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